
TouchTomorrow zu Gast am Oberstufengymnasium Eschwege
Wie sieht die Welt von morgen aus? Wie werden wir uns fortbewegen, arbeiten, lernen oder Energie nutzen? Und welche Rolle spielen dabei Naturwissenschaften und Technik? Mit genau diesen Fragen beschäftigen sich derzeit Schülerinnen und Schüler am Oberstufengymnasium Eschwege: TouchTomorrow, das interaktive MINT-Angebot der Dr. Hans Riegel-Stiftung, ist zu Gast an unserer Schule. Eigentlich ist TouchTomorrow als rollendes Mitmach-Labor konzipiert, das mit seinem Truck Schulen in ganz Deutschland besucht. Aufgrund technischer Schwierigkeiten musste der Truck dieses Mal allerdings draußen bleiben. Auf das Zukunftserlebnis verzichten müssen die Jugendlichen deshalb keineswegs: Kurzerhand wurden die interaktiven Stationen direkt im Schulgebäude des Oberstufengymnasiums aufgebaut. So ist aus dem mobilen Lernort auf dem Schulhof für einige Tage ein Zukunftslabor mitten in unserer Schule geworden.
Und dort heißt es vor allem Selbstausprobieren statt nur Zuschauen. Ausgestattet mit einer Virtual-Reality-Brille betreten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise eine virtuelle Fabrikhalle und bauen dort Schritt für Schritt eine Drohne zusammen. Sie laden den Akku, lackieren das Gehäuse, stellen Rotoren mithilfe eines virtuellen 3D-Druckers her und montieren schließlich die Kamera.
An einer anderen Station wird sogar die Kraft der eigenen Gedanken zum Werkzeug: Über ein Headband werden Spannungsschwankungen an der Stirn gemessen. Damit versuchen die Jugendlichen, eine Kugel allein durch ihre Gehirnaktivität durch einen Parcours zu bewegen – und erfahren dabei ganz praktisch, wie sogenannte Brain-Computer-Interfaces funktionieren.
Wie Künstliche Intelligenz in Zukunft bei der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung helfen könnte, zeigt die Station Precision Farming. Hier trainieren die Schülerinnen und Schüler selbst eine KI: Sie bringen ihr bei, Weizenpflanzen von anderen Gegenständen zu unterscheiden, und können anschließend unmittelbar testen, ob das System das Gelernte richtig anwendet.






Auch die Mobilität der Zukunft lässt sich ganz praktisch erkunden. An einem Modell des Hyperloops müssen die Jugendlichen Elektromagnete im richtigen Moment aktivieren, um eine Kugel als Modell einer Transportkapsel auf einer Strecke zu beschleunigen. Dabei wird schnell deutlich, welche physikalischen Prinzipien hinter der Idee des nahezu reibungsfreien Reisens mit hoher Geschwindigkeit stecken. An weiteren Stationen beschäftigen sich die Jugendlichen unter anderem mit intelligentem Energiemanagement, nachhaltigen Materialien, Robotik und der Arbeitswelt der Industrie 5.0. Mithilfe von Mixed-Reality-Brillen können sie beispielsweise gemeinsam eine Fabrik planen, testen und verändern. Die Technik bleibt damit nicht abstrakt: Sie wird unmittelbar sichtbar, greifbar und erlebbar. Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler von speziell geschulten MINT-Coaches, die selbst aus den Naturwissenschaften kommen. Sie geben Impulse, erklären Zusammenhänge und kommen mit den Jugendlichen darüber ins Gespräch, wie technologische Entwicklungen unsere Lebens- und Arbeitswelt verändern werden. Gleichzeitig spielt auch die Berufsorientierung eine wichtige Rolle: TouchTomorrow zeigt, welche Ausbildungswege, Studiengänge und Berufsfelder sich hinter den verschiedenen Zukunftstechnologien verbergen. Das Angebot bleibt dabei nicht allein den Schülerinnen und Schülern des Oberstufengymnasiums vorbehalten. Neben Lerngruppen aus der E-Phase und der Q1 nutzen auch Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums in der Nachbarschaft sowie der Friedrich-Wilhelm-Schule die Gelegenheit, die Stationen zu besuchen. Damit wird das Oberstufengymnasium für einige Tage zu einem schulübergreifenden Treffpunkt für Zukunftstechnologien und Berufsorientierung. Genau darin liegt die Stärke von TouchTomorrow. MINT wird nicht als abstraktes Unterrichtsthema präsentiert, sondern als etwas, das längst Teil unseres Alltags ist und unsere Zukunft entscheidend prägen wird. Die Jugendlichen können ausprobieren, Fragen stellen und diskutieren und vielleicht dabei auch ein Berufsfeld entdecken, das sie zuvor noch gar nicht im Blick hatten.
Dass der große TouchTomorrow-Truck dieses Mal nicht selbst vor dem Oberstufengymnasium stehen kann, ist deshalb am Ende fast Nebensache. Die Zukunft ist trotzdem direkt in unserem Schulgebäude angekommen.
(Christina Csenar)