Abiturjahrgang 2026 verabschiedet sich vom Oberstufengymnasium Eschwege
Ein Hashtag als Abimotto? Was zunächst nach einem augenzwinkernden Verweis auf die digitale Welt klingt, erwies sich bei der feierlichen Verabschiedung des Abiturjahrgangs 2026 des Oberstufengymnasiums Eschwege als treffende Beschreibung eines besonderen Moments. #Zwischenstand lautete das Motto des Jahrgangs – und genau dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Nachmittag.
Bereits der ökumenische Gottesdienst in der Auferstehungskirche stand unter dem Zeichen des Aufbruchs. Unter dem Thema „Zukunft“ wurde deutlich, dass die Schulzeit zwar zu Ende geht, die eigentliche Reise jedoch erst beginnt. Mit Liedern wie „Vertraut den neuen Wegen“ und „Möge die Straße uns zusammenführen“ wurde der Blick nach vorne gerichtet, ohne dabei die vergangenen Jahre aus dem Blick zu verlieren. Steine, die Sorgen und Bedrückendes symbolisierten, wurden abgelegt und Kerzen, als Zeichen für Hoffnung entzündet.
Anschließend wurden in der Aula des Oberstufengymnasiums die Absolventinnen und Absolventen von Familien, Freunden, Lehrkräften und zahlreichen Gästen gefeiert. Musikalisch eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Chor der Eschweger Gymnasien mit einem mitreißenden „Pitch Perfect Medley“, bevor Schulleiterin Marion Lentz die Gäste begrüßte.
In ihrer Ansprache erinnerte sie daran, dass Schule weit mehr sei als ein Ort der Wissensvermittlung. Schule sei ein Raum, in dem Gemeinschaft gelebt werde, in dem junge Menschen lernten, Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche Meinungen auszuhalten und Demokratie mitzugestalten. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit sei, komme Bildung eine besondere Bedeutung zu. Das Oberstufengymnasium habe den Absolventinnen und Absolventen dafür eine wertvolle Grundlage mit auf den Weg gegeben – nicht nur für Studium oder Beruf, sondern auch für ihre Rolle als mündige Bürgerinnen und Bürger.
Auch Dr. Philipp Kanzow überbrachte als Vertreter des Werra-Meißner-Kreises die Glückwünsche des Schulträgers. Er ermutigte die Abiturientinnen und Abiturienten, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben und die Chancen zu nutzen, die nun vor ihnen liegen. Mit dem bestandenen Abitur verfügten sie über ein Fundament, auf dem sich vieles aufbauen lasse.
Besonders persönlich wurde es in der Rede von Tutor Ingo Rhöse. Ausgehend vom Jahrgangsmotto #Zwischenstand stellte er den Absolventinnen und Absolventen die bekannte Geschichte eines mit Steinen, Kieseln und Sand gefüllten Glases vor. Die großen Steine, so seine Botschaft, stünden für das, was im Leben wirklich zählt: Gesundheit, Familie, Freundschaften und die Dinge, die einem am Herzen liegen. Kiesel und Sand symbolisierten all jene Aufgaben und Verpflichtungen, die den Alltag ebenfalls füllen. Wer jedoch zuerst den Sand einfülle, habe am Ende keinen Platz mehr für das Wesentliche. Die Rede war eine Einladung, Prioritäten bewusst zu setzen und sich bei aller Leistungsorientierung nicht von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens abzulenken. Selbst in einem scheinbar vollen Glas, so die augenzwinkernde Pointe, bleibe immer noch Platz für ein Getränk mit Freunden.
Einen sehr persönlichen Rückblick auf die vergangenen drei Jahre bot anschließend die Rede des Abiturjahrgangs, vorgetragen von Luca Schneider. Er erinnerte an den 4. September 2023, als der Jahrgang erstmals gemeinsam im Oberstufengymnasium zusammenkam – geprägt von Vorfreude, Neugier und auch einer gewissen Unsicherheit. Heute, drei Jahre später, sei aus dieser Gruppe ein Jahrgang geworden, der zusammengewachsen sei, gemeinsam Herausforderungen gemeistert und Erinnerungen geschaffen habe. Schneider blickte auf Studienfahrten, Weihnachstaktionen, die Organisation des Abiballs und viele weitere gemeinsame Erfahrungen zurück. Besonders hob er die Freundschaften hervor, die in dieser Zeit entstanden seien und oft weit über die Schulzeit hinaus Bestand haben würden. Sein Dank galt den Eltern, Lehrkräften und allen Wegbegleitern, die die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg unterstützt haben.
Im Mittelpunkt des Nachmittags stand schließlich die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse. Darüber hinaus wurden zahlreiche Schülerinnen und Schüler für besondere Leistungen ausgezeichnet.
Den Abiturpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung erhielten Lea Sophie Janz und Ida Kollmann. Mit dem Scheffelpreis für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch sowie dem Französischpreis wurde Lena Morgenstern ausgezeichnet. Der Wenten-/Weinstein-Preis für besondere Leistungen im Fach Englisch ging an Nele Wenderoth. Der Musikpreis wurde an Maira Worm verliehen, die den Nachmittag zudem mit einer eindrucksvollen Darbietung von Puccinis „O mio babbino caro“ bereicherte. Den Preis für sehr gute Leistungen im Fach Physik erhielten Luis Landgrebe und Lea Sophie Janz. Ida Kollmann durfte sich über eine Auszeichnung im Fach Chemie freuen. Alle Preisträgerinnen und Preisträger erhielten Urkunden, Bücher oder Sachpreise, die vom Förderverein, der Ehemaligenvereinigung und den Fachgesellschaften unterstützt wurden.
Für hervorragende Leistungen im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld wurden Marielle Rimbach und Elena Weber geehrt. Den Preis für soziales Engagement in der Schulgemeinde, insbesondere für ihre Tätigkeit in der Schülervertretung, erhielten Marlon Junghans, Antonia Jochmann, Niklas Köhler und Antoinette Toum. Kilian Greß erhielt ebenfalls ein Dankeschön für seine zuverlässige Unterstützung im Bereich Technik bei schulischen Veranstaltungen. Wilhelm Gebhard, Mitglied des Bundestages, hielt eine Laudatio auf Luca Schneider, dessen herausragendes soziales Engagement über viele Jahre hinweg das Schulleben stark geprägt hat. Er hob Luca Schneider als Beispiel für gelebte Demokratie hervor. Der Ehrenpreis für die Jahrgangsbesten mit der Note 1,0 wurde von Dr. Michael Gerloff, Vorsitzendem des Fördervereins, an die Schülerinnen Lena Morgenstern und Carolina Sint verliehen. Sie erhielten ihre traumhafte Abschlussnote in ein Stück Marmor graviert.

Für einen besonders berührenden Abschluss sorgten Niklas Köhler, Luca Schneider, Felix Schwarzer und Carolina Sint mit ihrem Lied „Großstadt – Provinz“. Zwischen der Sehnsucht nach neuen Horizonten und der Verbundenheit zur Heimat spiegelte der Beitrag genau jene Gefühle wider, die viele an diesem Nachmittag bewegten: Vorfreude auf das Kommende und die Gewissheit, dass ein Stück Heimat immer bleiben wird. Damit fand die Feier einen ebenso nachdenklichen wie hoffnungsvollen Ausklang.
Mit Stolz, Dankbarkeit und vielen Erinnerungen im Gepäck verabschiedete sich der Abiturjahrgang 2026 vom Oberstufengymnasium Eschwege – bereit für alles, was nach diesem Zwischenstand noch kommen wird.
