Demokratie und Toleranz fördern

Demokratietag 2026

Demokratie, Toleranz und respektvolle Begegnungen spielen in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Um diese Themen greifbar zu machen, fand am gestrigen Dienstag erstmals der Projekttag „Demokratie und Toleranz fördern” für die Jahrgangsstufen 11 und 12 statt. Gemeinsam mit verschiedenen Institutionen konnten die Schülerinnen und Schüler in Workshops gesellschaftlich relevante Themen kennenlernen und diskutieren – von Mobbing und digitalem Hass bis hin zum Widerstand gegen demokratiefeindliche Strömungen. 

Im Workshop „Mobbing” schuf Sven Rühl einen offenen Austausch über Ausgrenzung, Ängste und die gravierenden Auswirkungen, die Mobbing jeder Form haben kann. Er brachte persönliche Erfahrungsberichte und berührende Einblicke aus seiner Arbeit zusammen und las aus seinem Roman „Ich bin Chris” vor.

Auch digitaler Hass wurde Thema. Im Workshop des Kopilot*innen e.V. klärte Maximilian Nowak darüber auf, wie digitale Medien vor allem die Jugend beeinflussen können und unsere Demokratie bedrohen. Hierzu erarbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen, inwieweit Creatorinnen und Creator, Plattformen selbst und andere Nutzende Verantwortung tragen, gegen Hassrede und Diskriminierung vorzugehen. Den Abschluss bildete eine kreative Frage, wofür die Gruppen eine große Reichweite auf Social Media nutzten. 

Weiter ging es mit traditionellen Medien im Workshop „Passt du ins Klischee?”, organisiert durch den Queeren Jugendtreff der AWO und das Begegnungszentrum AMIKARO. Sie verdeutlichten, dass Zeitschriften wie die „Bravo“ oder „Health Women/Men“ Geschlechterstereotypen inszenieren und wo Repräsentation des eigentlichen breiten Geschlechter-Spektrums fehlt. Das Fazit des Workshops lautete, durch eigenständige Meinungsbildung können Stereotypen durchbrochen werden. 

Stereotypen und Vorurteile tauchten auch im Workshop „Diskriminierung und Stammtischparolen” von Kevin Vogler auf. Er will Jugendliche mit seiner Arbeit auf unerwartete Konfrontationen mit diskriminierenden Sprüchen vorbereiten. Durch ein Rollenspiel forderte er dazu auf, sich in beide Seiten des Gesprächs zu versetzen und für die jeweilige Position zu argumentieren. Die Übung und zusätzliche Tipps zeigten, wie man durch Hinterfragen und sachliche Argumentation diskriminierenden Denkmustern gegenübertreten kann. 

Neben Konfrontationen mit Diskriminierung der Gegenwart behandelte der Workshop „Widerstand im Nationalsozialismus” der Stiftung Adam von Trott verschiedenste Formen des Widerstandes gegen das NS-Regime. Die Gruppen recherchierten zu großen Widerstandskämpfern und kamen zu dem Schluss, dass Widerstand von stillem Protest und dem Verstecken von jüdischen Familien bis hin zu öffentlichen Kundgebungen reichte und in jeder Form wertvoll war. 

Tiefergehend war „Jüdisches Leben gestern und heute” Thema im Workshop von Elena Padva des Sara-Nussbaum-Zentrums Kassel. Ein Quiz über das jüdische Leben eröffnete das offene Gespräch über die Lebensweise von jüdischen Menschen der Vergangenheit und Gegenwart. Gegenstände veranschaulichten Traditionen und die jüdische Kultur, sodass die Schülerinnen und Schüler einen fassbaren Eindruck erhielten. 

Der Projekttag bot die Möglichkeit, sich mit aktuellen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Die Workshops machten deutlich, wie wichtig Toleranz, Respekt und demokratische Werte für ein friedliches Zusammenleben sind.

(Gesa Hesse / Q2)

OG Eschwege