14,5 Wochen Distanzunterricht

Die Schüler*innen der E-Phase befinden sich seit dem 17. Dezember 2020 im Distanzunterricht und meistern damit seit 14,5 Wochen Videokonferenzen, Online-Projekte und Abgabefristen von zu Hause aus. Morgen beginnt für die E-Phasen der Unterricht im Wechselmodell. Im folgenden Interview schildern zwei Schüler ihre Erfahrungen und beschreiben ihren Alltag im Distanzunterricht.

Wie geht es euch und wie sieht euer Schulalltag im Moment aus?

Ganz gut, man hat sich abgefunden mit der Situation und den Regeln, da man ja keine andere Wahl hat, als diese zu akzeptieren. Unser Alltag sieht so aus, dass wir früh aufstehen, um die im Schnitt zwei bis drei Videokonferenzen pro Tag zu absolvieren. Im Anschluss stehen noch Hausaufgaben bzw. Abgaben an, für die wir täglich etwa zwei bis drei Stunden benötigen. Manchmal müssen wir diese auch am Wochenende fertigstellen. Im Distanzunterricht haben wir – verglichen zum Präsenzunterricht – weniger Zeit für Freizeit. Unsere Freizeit verbringen wir häufig ebenfalls am PC und wir haben natürlich wenig soziale Kontakte. Aktuell sehen wir unsere Großeltern, die mittlerweile geimpft sind, regelmäßig und unterstützen sie im Alltag.

Wir empfinden den Distanzunterricht insgesamt als anstrengender als den Präsenzunterricht – die sozialen Kontakte und die direkten Rückmeldungen der Lehrkräfte fehlen. Zudem erfordern die Videokonferenzen eine hohe Konzentrationsleistung. Hin und wieder kommt es auch zu technischen Schwierigkeiten. Sehr hilfreich ist hier der Austausch in unserer Klassengruppe auf WhatsApp und damit die gegenseitige Unterstützung.

Uns ist es wichtig, den Lehrern direkte Rückmeldungen zu geben, wenn der Arbeitsaufwand zu hoch wird oder wir Probleme mit bestimmten Aufgaben haben. Wir haben hierbei insgesamt positive Erfahrungen gemacht, dass die Lehrer*innen verständnisvoll reagieren. Wir haben jedoch auch festgestellt, dass sich nicht jede/r traut, Kritik zu äußern. Außerdem fällt es einigen – im Gegensatz zum Präsenzunterricht – schwer, sich in den Videokonferenzen mündlich zu beteiligen. Wir hoffen, dass die Lehrkräfte das bei der Bewertung berücksichtigen. Die Tatsache, dass die Leistungen im Distanzunterricht benotet werden, geht schon mit einem gewissen Druck einher.

 

 

 

Welche Unterschiede bemerkt ihr im Vergleich zur ersten Phase des Distanzunterrichts im letzten Schuljahr?

Hier merken wir vor allem eine große Veränderung, was die Videokonferenzen angeht. Da haben sich die Lehrer*innen wirklich weiterentwickelt. Im letzten Schuljahr haben wir uns circa ein Mal pro Woche in einer Videokonferenz über offene Fragen ausgetauscht; aktuell gehört Unterricht in Form von Videokonferenzen zu unserem Schulalltag. Während des letzten Lockdowns hatten wir daher mehr Freizeit und auch Zeit, um uns mit Themen zu beschäftigen, die uns persönlich besonders interessieren.

Welche Projekte oder Unterrichtseinheiten haben besonders gut online funktioniert?

Was uns da sofort einfällt, ist ein Projekt im Lateinunterricht, bei dem wir eine Sage auswählen konnten, die wir dann den anderen Kursmitgliedern ausführlich präsentierten. Zur Vorbereitung gab es beratende Videokonferenzen und die Präsentationen der Sagen waren sehr spannend und mit regen Diskussionen in den Online-Konferenzen verbunden, was uns sehr positiv im Gedächtnis bleibt. In Sport dokumentierten wir, wie wir unsere sportliche Leistung kontinuierlich von zu Hause aus verbesserten.

Im digitalen Spanischunterricht berichtete eine ehemalige Schülerin auf Spanisch von ihren Erfahrungen, die sie während eines Auslandsjahres in Kolumbien gemacht hat. Das bleibt einfach besonders in Erinnerung und die Online-Konferenzen bieten den Vorteil sich auch mit Außenstehenden über Themen auszutauschen.

Welche Dinge sollte man auch im Präsenzunterricht beibehalten?

Beispielsweise die Möglichkeit, Gäste virtuell in den Unterricht einzuladen, wie wir es im Spanischunterricht erlebt haben. Außerdem hat es aus unserer Sicht gut geklappt, in den Breakout-Räumen in Gruppen effektiv zu arbeiten und sich auszutauschen. Auch das Abstimmungstool ist praktisch!

Wir müssen abschließend sagen, dass die Schule die Situation gut gelöst hat. Man hat sich wirklich um uns und unsere Belange gekümmert. Das hat auch die Umfrage gezeigt, deren Ergebnisse ernstgenommen wurden.

Vielen Dank für das Interview!

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