Unser Besuch in der Moschee

Am Mittwoch, den 4.12.2019, besuchten wir mit unserem Religionskurs der Einführungsphase den Islamischen Kulturverein Eschwege. Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, setzten wir uns alle gemeinsam in einen Kreis und konnten an die Mitglieder, welche uns in Empfang nahmen, Fragen stellen. Unser erster Eindruck: Die Moschee ist sehr klein und etwas provisorisch eingerichtet, was vielleicht auch daran liegt, dass in einer Kleinstadt mit nicht so vielen Muslimen die finanziellen Mittel fehlen, um eine große Moschee zu bauen. In der Moschee konnten wir viele typische Merkmale entdecken, die wir schon im Unterricht kennengelernt hatten. Das erste Merkmal war, dass wir, bevor wir in den Raum gingen, die Schuhe ausziehen mussten, unter anderem auch, weil in der kompletten Moschee Teppichboden liegt. Wir erfuhren auch, dass die Teilnehmer vor dem Gebet in ein Bad gehen und sich waschen. Wir beobachteten, dass die Wände mit Stoffbahnen geschmückt sind, auf denen Verse aus dem Koran stehen. 

Auf dem orientalisch aussehenden Teppichboden befinden sich Kästchen, welche Richtung Mekka zeigen. In jedem Kasten ist Platz für eine Person. Wenn man auf seinem Platz sitzt, schaut man direkt zu der Kanzel, zu der drei Stufen hoch führen. Von der oberen Stufe aus hält der Imam während des Freitagsgebets, dem wichtigsten Gebet für Muslime, seine Predigt.  Er nimmt die religiöse Führungsrolle wahr. Wir erfahren im Gespräch, dass er keine bestimmte Ausbildung braucht, sondern nur sehr viel Erfahrung und Wissen über den Koran nachweisen muss. Am besten wäre es, wenn er den Koran auswendig kann! Wenn man Probleme hat, könne man jederzeit zu ihm gehen. Neben der Kanzel hängt eine Tafel mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis. Während des Gebets befinden sich die Frauen in einem Nebenraum, der mit einem Vorhang vom Hauptraum abgegrenzt ist.

An der Wand, an der sich die Kanzel befindet, ist auch eine Tafel angebracht, die über die täglichen Gebetszeiten informiert. In den Schränken an der Seitenwand entdecken wir verschiedene Ausgaben des Korans. Es gibt ihn auf Arabisch und Deutsch und dazu gibt es auch noch Erklärungen, um den Koran besser zu verstehen. Uns ist allerdings aufgefallen, dass es – im Gegensatz zu einer christlichen Kirche – keine Gesangbücher gibt, da nicht gesungen wird.

Bevor wir uns mit den Mitgliedern der Moscheegemeinde unterhalten haben, mussten wir einen kleinen Moment warten. Um diese Zeit zu überbrücken, schenkten sie uns Trinkpäckchen und Süßigkeiten, was uns nochmal zeigte, dass sie sehr gastfreundlich sind. In dem Gespräch wurde deutlich, dass sie sehr offen auf unsere Fragen eingehen. Sie erzählten uns, dass es zwei Feiertage gibt, das Opferfest und das Zuckerfest. Geburtstage werden nicht gefeiert.

Da die Gebetszeiten sehr wichtig sind, kam die Frage auf, was man tun soll, wenn man es aufgrund der Schule oder der Arbeit zeitlich nicht schafft zu beten. Sie sagten, man könne es einfach nachholen. Wir erfuhren auch, dass im Islam jeder als Bruder oder Schwester angesehen wird, wodurch eine familiäre Atmosphäre entstehe. In der Moschee wird außerdem Arabischunterricht für Kinder angeboten und manchmal wird dort auch zusammen gegessen. Uns wurde deutlich, dass das Besondere am Islam wohl die religiöse Tradition ist, die ohne Skepsis und kritische Anfragen übernommen und weitergeführt wird.

Fenja Eisele, Carlotta Pröger

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